Feuerwehrmänner hören oft schon an der Durchsage des Funkmeldeempfängers, dass zu einem Einsatz gerufen wird, der nicht alltäglich ist. So auch an diesem Tag kurz nach dem Mittagessen. In unserem Freibad kam es genau zu dem Einsatz, den wir vor einigen Jahren bei einer groß angelegten Einsatzübung geprobt hatten. Die automatische Warnanlage verkündete mit großem Getöse, dass in der Wasseraufbereitungsanlage des Freibades aus der Chlorgasanlage Gas austritt. Danach lief alles wie geprobt ab. Das Personal verständigte die Rettungsleitstelle und evakuierte das Bad. Unsere Wehr, der Gefahrgutzug Torgelow, die Kameraden aus Löcknitz mit weiteren Chemieschutzanzügen (CSA), der Rettungsdienst zur Absicherung und die Polizei wurden alarmiert. Dazu kamen Vertreter des Landkreises sowie Spezialisten der Stadtwerke. Es dauerte eine gewisse Zeit, ehe alle Kräfte am Einsatzort waren und alles erforderliche aufgebaut war. Dann begab sich der erste Trupp unter Chemieschutzanzug zur Lageerkundung in den entsprechenden Raum vor und kontrollierte alle Gasflaschen der Anlage. Dabei wurde festgestellt, dass eine Gasflasche von den insgesamt sechs Chlorgasflaschen fast leer war. Im Gegensatz waren die anderen Flaschen, die erst kürzlich gewechselt wurden, noch fast voll. Nach dem Schließen aller Flaschen und dem Abklemmen der betreffenden Flasche wurde ein Wasserwerfer in Stellung gebracht, um eventuelle Chlorgasschwaden mit Wasser zu binden. Da Chlor und Wasser Salzsäure bilden kann, wurden vorsichtshalber die Kanaleinläufe verschlossen und mit viel Wasser eine Verdünnung erzielt. Insgesamt waren 36 Kameraden der Feuerwehr (18 von uns), ein Rettungswagen mit drei Kameraden und mehrere Streifenwagen der Polizeivor Ort. Gegen 16:30 Uhr war dann für die letzten Kräfte der Einsatz beendet.